Eigenheimbesitzer werden Unternehmer

Eigenheimbesitzer werden Unternehmer
Immer mehr EigentĂŒmer lassen sich eine Fotovoltaik Anlage auf dem Dach ihres Privathauses installieren. Der Betrieb dieser Anlage muss dem Finanzamt angezeigt werden. Das gilt selbst dann, wenn die Immobilie von dem EigentĂŒmer und seiner Familie nur zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Auf die Anzeige beim Finanzamt erhĂ€lt der Eigenheimbesitzer einen Fragebogen zur “ Betriebseröffnung“, denn mit der Installation einer Solarstromanlage wird der Betreiber steuerlich als Gewerbetreibender behandelt, weil der erzeugte Strom in das Netz des Stromanbieters eingespeist und damit verkauft wird. Ob neben der Anzeige des Beginns des Betriebs der Anlage darĂŒber hinaus eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist, hĂ€ngt von der GrĂ¶ĂŸe der SolarzellenflĂ€che ab. Ist die FlĂ€che kleiner als 30 mÂČ, ist eine Gewerbeanmeldung in der Regel nicht erforderlich. Zu der ĂŒblichen EinkommensteuererklĂ€rung muss jetzt zusĂ€tzlich die Anlage GSE (EinkĂŒnfte aus Gewerbebetrieb bzw. selbststĂ€ndiger TĂ€tigkeit) und die Anlage EÜR (EinnahmeĂŒberschuss Rechnung) ausgefĂŒllt werden, in welcher dem Finanzamt der Gewinn oder Verlust aus der Anlage vorgelegt wird. Eine aufwĂ€ndige BuchfĂŒhrung ist hier nicht vorgeschrieben, es genĂŒgt eine GegenĂŒberstellung der Einnahmen und Ausgaben.

Bei einer regelmĂ€ĂŸigen Einspeisung von mehr als 50 % des erzeugten Stroms in das Netz des Netzbetreibers besteht grundsĂ€tzlich Umsatzsteuerpflicht fĂŒr die von dem Netzbetreiber geleistete EinspeisevergĂŒtung und es muss eine UmsatzsteuererklĂ€rung erstellt werden.
Diese Umsatzsteuerpflicht bietet in aller Regel einen großen finanziellen Vorteil, weil die bei dem Erwerb und der Installation der Anlage an den Lieferanten der Anlage geleisteten Mehrwertsteuer vom Finanzamt als Vorsteuer zurĂŒckerstattet wird.
Bei einem Umsatz unter 17.500 € ist der EigentĂŒmer steuerlich Kleinunternehmer und von der Umsatzsteuer befreit. Er kann jedoch auf diese Befreiung verzichten und eine Umsatzsteuervoran- meldung abgeben, um die an den Lieferanten der Anlage gezahlte Umsatzsteuer zurĂŒckzuerhalten. Als Kleinunternehmer erhĂ€lt der Betreiber der Anlage die fĂŒr den Erwerb und die Installation gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt sofort zurĂŒck. Ein Pferdefuß liegt allerdings darin, dass in den ersten beiden Jahren monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung eingereicht werden muss, weil der Stromanbieter neben der EinspeisevergĂŒtung zusĂ€tzlich Mehrwertsteuer entrichtet. Diese muss an das Finanzamt abgefĂŒhrt werden, wenn nicht im gleichen Zeitraum Vorsteuer aus Rechnungen fĂŒr die Wartung und Reparaturen angefallen sind, mit der die Mehrwertsteuerzahllast verrechnet werden kann.
Die Annahme einer gewerblichen TĂ€tigkeit hat den weiteren steuerlichen Effekt, dass die Aufwendungen, die durch den Betrieb der Anlage entstehen wie ZĂ€hlerkosten, Wartungskosten, Reparaturen und Versicherungskosten steuerwirksam geltend gemacht werden können. Außerdem ist eine Sonderabschreibung von bis zu 20 % der Anschaffungs- und Herstellungskosten möglich, die innerhalb der ersten fĂŒnf Jahren nach der Installation geltend gemacht werden kann. Es darf diese Sonderabschreibung sogar in einem einzigen Jahr geltend gemacht werden, was sinnvoll ist, wenn in dem betreffenden Jahr besonders hohe Einkommen vorlagen.

Nachrichten des Justizministeriums NRW

Nachrichten des Bundesgerichtshofs

Nachrichten des Bundesfinanzministeriums

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