Steuerhinterziehung bei privaten Verkäufen

Ins Visier der Steuerfahnder k√∂nnen Steuerpflichtige aus verschiedenen Gr√ľnden schnell geraten. Aber auch wir kein Gewerbe betreibt, sondern √ľber Verkaufsplattformen wie Amazon, EBay oder Kleinanzeigenm√§rkte private Verk√§ufe anbietet, kann schnell f√ľr das Finanzamt auff√§llig werden.¬† Wird die Grenze zum gewerblichen Handel √ľberschritten, besteht.Steuerpflicht,und zwar sowohl in einkommensteuerlicher wie auch in gewerbesteuerlicher und umssatzsteuerlicher Hinsicht.

Nach Meinung der Steuerfahnder grassiert gerade im Online-Handel der Steuerbetrug, weil der Internethandel die einfachste M√∂glichkeit bietet, Waren zu verkaufen und die Erl√∂se schwarz zu kassieren. Bei Verk√§ufen √ľber Auktionsplattformen im Internet oder Zeitungsanzeigen wird auff√§llig, wer in gro√üem Umfang Waren kauft (neu oder gebraucht), um sie in kurzem zeitlichen Abstand wieder zu verkaufen. Dann kann eine Bet√§tigung gegeben sein, die selbst√§ndig und nachhaltig ist und mit Gewinnerzielungsabsicht ausge√ľbt wird und deshalb als gewerblicher Handel zu qualifizieren ist. Anders ist es, wenn einmalig eine gro√üe Anzahl an nicht mehr ben√∂tigten Gegenst√§nden verkauft wird.

Das Bundesamt f√ľr Finanzen durchforstet systematisch mit der Spezialsoftware ‚ÄěXPider‚Äúdas Internet auf Links und Seiten, die ein gewerbsm√§√üiges Handeln vermuten lassen. Die Finanzbeh√∂rde ¬†unterstellt¬† bei Anzeigen auf diesen Verkaufsplattformen, dass eine gewerbliche T√§tigkeit vorliegen k√∂nnte. Dabei sind die Grenzen zur gewerblichen T√§tigkeit schnell √ľberschritten und das Inserat auf einer solchen Verkaufsplattform kann teuer werden.

Auff√§llig werden Steuerpflichtige bereits dann, wenn beispielsweise das komplette Tafelsilber oder etwa ein Mei√üener -Essservice angeboten wird. Auch Autoverkaufsangebote sind auff√§llig. Solche Angebote fallen in den Blickwinkel der Finanzverwaltung. Es empfiehlt sich deshalb, wenn man einen privaten Verkauf startet, derartige Angebote besser √ľber einen l√§ngeren Zeitraum zu verteilen und nicht zu viele Angebote gleichzeitig¬† einzustellen.

Ein besonderes Augenmerk widmen die Fahnder dem Angebot von Neuwaren. Dann kann selbst die Offerte eines Verkaufs von ungebrauchten Geschenken, die anlässlich einer Hochzeit oder zum Geburtstag gemacht worden sind, schon ausreichen, um in das Visier der Fahnder zu kommen.

Auskunftsersuchen des Finanzamts und schlimmstenfalls Steuerforderungen folgen.

Kriterien f√ľr die Vermutung einer gewerblichen Verkaufst√§tigkeit sind unter anderem, wenn mehrere¬† Artikel einer bestimmten Warengruppe, z. B. Textilien, angeboten werden oder eine hohe Anzahl von Angeboten pro Jahr vorliegt.

Auch der Umsatz kann relevant sein. Doch auch f√ľr den Internethandel gilt die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Diese schreibt vor, dass nur, wenn die Ums√§tze nicht mehr als 17.500 ‚ā¨ betragen haben, die Steuerfreiheit als Kleinunternehmer in Anspruch genommen werden kann. Diese Summe kann aber schon beim privaten Verkauf eines PKW √ľberschritten werden.Es ist also bei privaten Verk√§ufen darauf zu achten, dass die Grenzen zur gewerblichen T√§tigkeit nicht √ľberschritten werden, auch nicht nur geringf√ľgig. Im Steuerrecht gibt es keine Bagatellgrenze. Wer vors√§tzlich oder leichtfertig Steuern dem Finanzamt vorenth√§lt, macht sich schon ab dem ersten Euro einer Steuerhinterziehung schuldig.

Nachrichten des Justizministeriums NRW

Nachrichten des Bundesgerichtshofs

Nachrichten des Bundesfinanzministeriums

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