gefÀhrliche Sparmodelle beim Hauserwerb

Der Bau eines Eigenheims ist teuer. Daher versucht mancher Bauherr, die Baukosten zu senken und
sich von  Freunden und Bekannten  oder aber auch von einem gelernten Maurer, Dachdecker, Maler, oder SanitĂ€rinstallateur  „nebenbei“ helfen zu lassen. Wenn solche Bau- oder Handwerkerleistungen dann auch noch „ohne Rechnung“ vergĂŒtet werden, ist jedem klar, dass das der Steuerhinterziehung, mindestens  der Mehrwertsteuer, dient. Die Gefahr, dass diese „Schwarzarbeit“ entdeckt wird und ein Mitarbeiter des Finanzamtes vorbeischaut, ist nicht unwahrscheinlich. Die Fahnder besuchen durchaus mal die eine oder andere Baustelle vornehmlich in Neubausiedlungen, wenn sie den Verdacht oder den Tipp bekommen haben, dass vor allem abends und am Wochenende an dem Neubau gearbeitet wird. FĂŒr die so ertappten Bauherren bedeutet das in aller Regel, dass ein Steuerstrafverfahren eingeleitet wird.

DarĂŒber hinaus können auch nachteilige zivilrechtliche Folgen fĂŒr die Bauherren  bei diesen „Sparmaßnahmen“ und das Gegenteil von dem erhofften  billigeren Bauen entstehen. Die ganze

Vereinbarung  mit den  Feierabendarbeitern kann unwirksam sein, weil sie gegen das gesetzliche Verbot der Schwarzarbeit verstĂ¶ĂŸt.  Zeigen sich spĂ€ter MĂ€ngel am Bauwerk, bleibt der Bauherr in der Regel auf dem Schaden sitzen. Denn wenn  beiden Parteien bewusst war, dass ein Verstoß gegen das Schwarzarbeitsgesetz vorliegt, sind die ganzen Vereinbarungen nichtig. Das hat zur Folge, dass auch GewĂ€hrleistungsansprĂŒche nicht bestehen. Wichtig zu wissen ist,das ein  Verstoß gegen das Schwarzarbeitsgesetz bereits vorliegt, wenn der ausfĂŒhrende  Handwerker nicht die erforderliche Gewerbeanmeldung hat oder nicht in die Handwerksrolle eingetragen ist.

Außerdem drohen dem Bauherrn weitere SchĂ€den, wenn es zu einem Unfall kommt und fĂŒr die Schwarzarbeiter keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Nebenberufliche Helfer sind auf der Baustelle nur dann gesetzlich unfallversichert, wenn sie vom Bauherren bei der Bau-Berufsgenossenschaft zur gesetzlichen Unfallversicherung angemeldet wurden. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Hilfe beim Bau gegen Bezahlung oder unentgeltlich erfolgt. Es kann somit passieren, dass der Bauherr  fĂŒr Personen- und SachschĂ€den persönlich aufkommen muss.

Manche Bauherren versprechen sich auch eine Ersparnis dadurch, dass sie dem Finanzamt angeben, sie hĂ€tten nitariell nur ein unbebautes GrundstĂŒck erworben und anschließend erst das GebĂ€ude errichtet.

GrundsĂ€tzlich  errechnet sich die (Grunderwerbs-) Steuer nur von dem Kaufpreis fĂŒr  Grund und Boden und nicht vom Gesamtpreis fĂŒr das fertige Haus. Diese lukrative Trennung zwischen Grund und Boden und Hausbau gelingt aber nur noch selten, weil die Finanzverwaltung und auch die Rechtsprechung, selbst der EuropĂ€ische Gerichtshof, grundsĂ€tzlich von einem einheitlichen Erwerbsvorgang ausgehen, wenn nicht zwischen Erwerb und Herstellung des Hauses ein erheblicher Zeitraum liegt.
Im allgemeinen wird allerdings die Abtrennung gewisser Teile des Kaufpreises fĂŒr  ĂŒbernommene GegenstĂ€nde, z.B. die EinbaukĂŒche, Gardinen, Möbel  etc. anerkannt, sofern die vereinbarten Kaufpreise angemessen sind.

Vorsicht ist  auch beim Einsatz von geschenktem Geld geboten, bei dem die SchenkungssteuererklĂ€rung noch nicht abgegeben wurde. Denn der Finanzverwaltung mĂŒssen sĂ€mtliche Eigen-und Darlehensmittel, die fĂŒr den GrundstĂŒckskauf und den Bau verwendet wurden, exakt angegeben und nachgewiesen werden. Einem erfahrenen Finanzbeamten fĂ€llt dann sofort auf, dass diese Mittel nicht aus Erspartem stammen. Kommen dabei bislang unversteuerte Konten zum Vorschein, kann das  zu der Eröffnung eines Steuerstrafverfahrens und erheblichen Nachzahlungen  incl. Hinterziehungszinsen fĂŒhren.

Nachrichten des Justizministeriums NRW

Nachrichten des Bundesgerichtshofs

Nachrichten des Bundesfinanzministeriums

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